Aufnahme
Mein Umfeld (Familie, Kollegen, Freunde), meine Neurologin und - na gut ich geb's ja zu - auch mein Körper waren der Meinung, ich hätte eine Auszeit dringend nötig. Also raffte ich mich auf und stellte einen Kurantrag. Die Zusage kam schneller, als mir lieb war und es erforderte noch einige Koordination, damit ich stressfrei am 03.05. losfahren konnte. Vor mir 4 Wochen in der Brandenburgklinik in Bernau/Wandlitz - nordöstlich von Berlin. Vor genau 7 Jahren war ich schon mal hier - anfangs total unglücklich und nach einer Weile aber tatsächlich richtig erholt und körperlich absolut fit. Na mal sehen, ob sich das wiederholen lässt.
Um mir ein wenig Unabhängigkeit zu erhalten, fuhr ich diesmal mit dem Auto. So habe ich wenigstens das Gefühl "selbstbestimmt" hier zu sein.
Also klingelte am 03.05. wie gewohnt 05:10 Uhr der Wecker - auch um den morgendlichen Ablauf -Bad -Küche mit meinem Lieblingsehemann nicht zu sehr durcheinander zubringen ;-)
Nach einem - immer wieder herzzerreissenden Abschied (ja auch nach 16 Jahren noch!) - packte ich meine letzten Sachen zusammen - sicherheitshalber auch noch die anderen 3 Jacken... man weiß ja nie und mit Auto kein Problem... wahrscheinlich werde ich nur ein drittel der Klamotten brauchen und eh nur im Sportzeug herumflitzen.
Die Autobahn war gut frei und ich kam pünktlich in der Waldsiedlung an, zog einen Parkschein und suchte mir einen Parkplatz in der Nähe des Hauses von vor 7 Jahren, stiefelte zum Empfang, erfuhr, dass ich in die Parkklinik müsse - okay - zu Fuß 8 Minuten - lass ich dass Auto jetzt stehen? Ich war ja froh, dass ich einen "Patientenparkplatz" gefunden hatte. Ach nee, ich fahr gleich hin, will ja eh in der Nähe parken, werde schon was finden. Aber nix da... alles voll... rein in eine Sackgasse bzw. Ende mit Schranke... wenden geht nicht... zu schmal... also wieder raus aus dem Gelände, gewendet und neuen Parkschein gezogen und wie rein ins Gelände und zurück zu dem Parkplatz von vorhin... bloß gut noch frei! Inzwischen ist es draußen richtig warm, ich dampfe in meinen Jeans, aber nützt nichts - ich schnappe mir meinen Koffer und laufe zur Parkklinik. So hab ich es doch geschafft nach einer Stunde Irrfahrt auf dem Gelände pünktlich 11:00 Uhr "einzuchecken". An der Rezeption erhalte ich einen Schlüssel mit Anhänger. Gut, dass ich "hotelerfahren" bin - Erklärung gab es keine zu dem Chip, mit dem man die Tür öffnen kann. Ich erfahre, dass ich mich so schnell wie möglich im Schwesternzimmer zur Aufnahme melden soll. Mit dem Lift in die erste Etage und meine "Zelle" geöffnet. Es erwartet mich ein geräumiges helles Zimmer, mit schönem Bad - es stört eigentlich nur das zu schmale und zu hohe Krankenbett - aber okay, dass muss ja so sein. Ansonsten gibt es nix zu meckern und ich bin ein wenig beruhigt - hier schaffe ich die kommenden 4 Wochen...
So nun aber schnell zu den Schwestern, sonst gibt es gleich am ersten Tag Ärger - und die Berliner halten da nicht hinter dem Berg, sondern meckern auch gern gleich mal los.
Ich sage der ersten Schwester, die ich sehe, meinen Namen und dass ich mich hier melden solle. "Nehmen sie bitte hier auf den roten Stühlen Platz". Das schaffe ich. ;-) Es dauert nicht lange und es kommt ein weiterer Patient, der mich fragt, wie lange ich hier schon säße. "2 Minuten." "Biste neu?" "Ja." "Also die Schwestern hier sind total faul. 4 Leute hier im Zimmer und keiner kümmert sich um uns!" Darauf fällt mir nix ein und ich lächle nur, das klappt fast immer. Nach ca. 10 min erscheint dann eine Schwester, die mich reinruft und mich erst einmal "vermisst". Größe: 1,66 - Gewicht - 70,1 kg (ja - ich weiß, mein BMI ist ausbaufähig - aber auch das soll ja hier besser werden) - Blutdruck: 128/76 usw. Es folgt die Abfrage nach allen möglichen Krankheiten, Allergien, Stuhlgang usw. na ja muss ja wohl sein. Danach soll ich mich im Gang auf die blauen Stühle setzen. Auch das bekomm ich hin, hab ja nichts mit den Augen... Bald darauf kommt die "Aufnahmeschwester" (ach so! - und wer war das vorhin?). Ich muss noch einmal alle Krankheiten verneinen, wiederum bestätigen, dass mit meiner Verdauung alles i.O. ist. Mir ist unklar, wieso ich das jetzt schon wieder erzählen muss, dass ich gegen Pollen allergisch bin... Danach soll ich mich wieder auf die roten Stühle setzen, damit mir die Schwestern alles weitere erklären können. Die "so faulen" Schwestern sind nett und auch gleich für mich da. Ich muss ein paar Zettel unterschreiben und bekomme dann eine kurze "Führung" durch das Erdgeschoss. "Hier ist Wasser, das ist kostenlos, hier ein Getränkeautomat, die Preise stehen dran, hier ist das Restaurant, da melden Sie sich bitte bis 13:00, da bekommen Sie eine Einweisung. Und hier ist das für Sie zuständige Schwesternzimmer, da können Sie im Kühlschrank auch Ihre Spitzen lagern." Okay - das ist wichtig, das Zimmer muss ich mir merken - alles andere muss ich dann nochmal allein erkunden - mit meinem Orientierungssinn, dauert das immer etwas länger. Ich soll mich jetzt im Zimmer aufhalten, da gleich jemand anruft und mir mitteilt, wann ich zur Aufnahme zur Stationsärztin muss. Hm. Ich gehe zur Rezeption und erkundige mich nach den Modalitäten für mein Auto, erfahre, wo ich mich hinstellen soll, bekomme einen Parkschein und für 50,-€ Kaution eine "Durchfahrtskarte" zum Rein- uns Rausfahren auf das Kurgelände. Das beruhigt mich. Ich parke erneut das Auto um und hole gleich noch meine "Schuhtasche" aus dem Kofferraum. Getränke und Lesestoff müssen warten. Inzwischen ist es 12:20 Uhr. Wieder im Zimmer, klopft es, eine Schwester: "Sie waren nicht auf dem Zimmer! 12:30 Uhr zur Aufnahme zur Stationsärztin!" Okay. Zimmer 5105a. Oh je! Wo ist denn das??? Ich schwitze schon wieder. Ich störe die "Rezeptionistin" beim Zeitungsortieren, aber sie zeigt mir den Weg. Ich schaffe es und sitze pünktlich 12:30 Uhr vor Zimmernummer: 5105a auf einem roten Stuhl. Ob sich mir die Bedeutung der Farben noch erschließt? Ein Mann kommt heraus und fragt, zu wem ich will. ??? "Zu Frau Dr. Kroyer" "Haben Sie schon geklopft?" "Nein" "Na dann machen Sie mal. Fr. Dr. ist drin." Okay. Ich klingle, warum klopfen, wenn eine Klingel dran ist? Frau Dr. Kroyer erscheint und bittet mich rein. Deutsch ist eindeutig nicht ihre Muttersprache, aber macht ja nix, Hauptsache sie versteht mich. Es folgen wieder die bereits zweimal beantworteten Fragen nach allen Krankheiten, Allergien... ergänzt um Krankheiten in der Familie - was die alles wissen wollen - gut dass ich den Datenschutzbogen schon unterschrieben habe! ;-) Aber vielleicht sollte man mal eine EDV-Firma vorbeischicken - Intranet, würde mir als erstes einfallen. Frau Dr.K. füllt nun zum dritten Mal den fast identischen Fragebogen über mich aus - die haben sicher ein riesiges Archiv, bei dem vielen Papier, was die hier produzieren! Warum ich hier sei... ich schildere so ein wenig meinen Gesamtzustand, bin mir aber nicht sicher, ob sie alles versteht. Danach folgt eine richtige Untersuchung... damit hatte ich nicht gerechnet - da hätte ich nochmal frische Socken angezogen...na sie hat ja Handschuhe an... da muss sie jetzt durch. Sie fragt, ob Walking für mich gut sei-??? "Klar. Frische Luft ist immer gut!" "Schaffen Sie schnell Laufen?" "Ja.Sicher" "Gut. Und Sport im Wasser?" "Gern." "Gut.Ich mache Plan. Wenn zuviel oder zuwenig, kommen Sie wieder zu mir. Immer um 09:00 Uhr." Ich hab verstanden und kann gehen. Jetzt muss ich mich sputen, um noch bis 13:00 Uhr im Restaurant zu sein, wegen der Einweisung -und auch, weil mein Magen inzwischen knurrt - schließlich war das Brötchen von 05:30 Uhr schon lange verdaut. Die junge Frau vom Service schien das zu spüren und fragte mich gleich, ob ich was essen wolle - Currywurst wäre noch da. Etwas überrascht - CURRYWURST!? - bejahte ich und bekam einen Platz zugewiesen. Am Tisch saß bereits ein älteres Pärchen, die ich schon bei der Ankunft bemerkt hatte. Sie reiste auch heute an und er begleitete sie. Wir zwei Neuen bekamen einen Teller mit Currywurst und Kartoffelecken. Es sah sehr ungesund aus, schmeckte so la,la und ich stippte nur ein paar Wurststücken raus - ich weiß, ich bin mäkelig - aber das war so garnicht mein Essen.
Es folgte die "Essenseinweisung". "Hier kommt das schmutzige Geschirr hin. Der Abfall. Das Besteck. Hier hängt der Speiseplan. Und hier bestellen Sie Ihr Essen für den nächsten Tag." Wow! Die Technik hat im Bereich Küche bereits Einzug gehalten. Mit dem Zimmerchip anmelden, Essen auswählen, bestellen, abmelden, erledigt. Schön! Da muss ich mit niemandem diskutieren, warum ich Reduktionskost wähle... ;-)
Der Speisesaal ist hell, groß, angenehm. Ich bekam Tisch Nr. 15 zugewiesen und versuchte mir, sofort die grobe Richtung zu merken, um am Abend nicht allzu hilflos nach meinem Platz zu suchen. Die Essenszeiten waren "trainingslagertypisch": morgens 06:45-09:00; mittags 11:30-13:00 und abends 17:00-18:45. Das war machbar - Wochenende bis 08:00 schlafen - das reicht... und abends soll man ja eh nicht so spät essen... ;-)
Es folgte die "Essenseinweisung". "Hier kommt das schmutzige Geschirr hin. Der Abfall. Das Besteck. Hier hängt der Speiseplan. Und hier bestellen Sie Ihr Essen für den nächsten Tag." Wow! Die Technik hat im Bereich Küche bereits Einzug gehalten. Mit dem Zimmerchip anmelden, Essen auswählen, bestellen, abmelden, erledigt. Schön! Da muss ich mit niemandem diskutieren, warum ich Reduktionskost wähle... ;-)
Der Speisesaal ist hell, groß, angenehm. Ich bekam Tisch Nr. 15 zugewiesen und versuchte mir, sofort die grobe Richtung zu merken, um am Abend nicht allzu hilflos nach meinem Platz zu suchen. Die Essenszeiten waren "trainingslagertypisch": morgens 06:45-09:00; mittags 11:30-13:00 und abends 17:00-18:45. Das war machbar - Wochenende bis 08:00 schlafen - das reicht... und abends soll man ja eh nicht so spät essen... ;-)
Mir wurde bewusst, dass ich alle Termine für heute hinter mir hatte. "Freitag nach eins macht jeder seins" - galt heute auch für mich! Schönes Gefühl!
Ich lies mich auf's Bett fallen und überlegte, was ich mit meiner vielen freien Zeit jetzt anfange und entschied, die Liepntizsee-Laufrunde zu testen. Mal sehen, ob ich den Weg noch finde und ob ich die Strecke noch schaffe.
Also Joggingschuhe an und los. Vor der Klinik sind die Bänke voll mit Patienten. Die Sonne scheint. Ich gehe langsam, bis ich außer Sichtweite bin, dann trabe ich los und es scheint sich überhaupt nichts verändert zu haben. An der Bundesstraßenüberquerung steht ein Kiosk - an den kann ich mich nicht erinnern - vielleicht ist er neu. Weiter in Richtung Ützdorf, vorbei am Jägerheim und zurück zum Uferweg. Schön ist es hier. Ein paar versprengte Spaziergänger und sonst Natur pur. Ich genieße die Waldluft und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Die Ärzte im Ohr spornen mich an. ;-)
Nach 1:27 Uhr bin ich wieder im Kurgelände und gehe die letzten Meter gemächlich, um wieder entspannt an den in der Sonne sitzenden Patienten vorbei marschieren zu können.
Nach einer ausgiebigen Dusche, wasche ich meine verschwitzten Sachen und hab immer noch Zeit bis zum Abendbrot. Gelegenheit, um Lesestoff und Getränke aus dem Auto zu holen. Inzwischen sind auch ein paar Parkplätze in der Nähe frei geworden. Nochmal umparken? Ach nee, kann ich morgen oder Sonntag auch noch machen. Jetzt möglichst unauffällig die kleinen Hefeweizen und die Weinschorle aus dem Auto nehmen - Alkohol, -wenn auch in so homöopathischen Dosen- wird hier nicht gern gesehen. Verdammt jetzt klappern die Flaschen auch noch beim Laufen!
Irgendwann hab ich endlich alles auf dem Zimmer und den Fön wieder im Auto (im Bad war nämlich einer...) und die Spritzen im Kühlschrank des Schwesternzimmers.
Immer noch Zeit. Okay - E-Mails checken, Lieblingsehemann anrufen, Wasser besorgen. Wo war nochmal die "Wasserquelle"? Ich mach mich auf die Suche, vorbei an den Postfächern - oh da liegt sogar schon was drin - der Plan für morgen: 8:00 Uhr Einzel-KG, was sicher für Krankengymnastik steht. Na prima! Was soll ich da? und 08:00 Uhr!!! Nix mit ausschlafen. Ich entscheide sofort, erst nach der KG zu frühstücken, damit ich wenigstens bis 07:30 Uhr schlafen kann. Weiter zur "Wasserquelle" - war die im anderen Gebäudeteil? Ich suche noch eine Weile, finde schließlich die Stelle, wo für die Patienten 1L-Tetrapacks mit "ExtalerMineralquell" naturell bereit stehen. Einer ist meine!
18:00 Uhr! Die Schwester meinte gegen sechs wäre günstig, wenn ich spritzen kommen möchte. Also ab zum Schwesternzimmer. Es ist gleiche wie vorhin - sehr nett. Ich erkläre ihr mein Problem, zeige ihr meine "Spritzstellen" und sie ist etwas erschrocken, was Copaxone in 11 Jahren so anrichten kann. Abbau des Unterhautfettgewebes ist ja eigentlich nichts schlechtes - sieht aber eben nicht besonders chic aus.
Ich beruhige sie und zeige ihr, wo sie mir meine heutige Dosis bitte reinpieksen kann - und bitte die gesamte Nadel im Fett versenken, dann tut es nicht so weh! Sie ist nicht vollständig überzeugt, macht es dann doch und ich spüre garnichts! Ich muss richtig glücklich ausgesehen haben, jedenfalls war sie es dann auch. Hoffentlich ist sie morgen auch wieder da. Ich bin auch pünktlich!
Jetzt habe ich noch 30 min für das Abendessen, d.h. erst einmal Tisch Nr.15 suchen. Ich irre - wie geahnt - etwas im Raum umher, werde aber dann doch fündig. Am Tisch sitzt schon ein Pärchen - ein echtes, wie ich anhand der Namensschilder feststellen kann. Sie sind so ungefähr in meinem Alter, aber es sieht nicht so aus, als ob ich hier ein paar Leute zum quatschen finde. Die beiden bleiben auch bis Ende Mai, es wird also auch keinen Wechsel am Tisch geben. Beim letzten Mal hatte das mit den "Quatschkumpanen" auf Anhieb geklappt. Na ja...
Der dritte Name ist Marianne, was auf eine Generation vor mir schließen lässt. Marianne ist schon fertig mit essen, sie lerne ich heute nicht mehr kennen.
Ich bleibe heute eisern bei Rohkost, Quark und Johannisbeertee (pfui!) - keine Kohlenhydrate --- wegen des BMI. ;-)
Die Sonne scheint immer noch und ich drehe noch eine Runde durch das Gelände und telefoniere mit meinen Lieben, die heute zuhause den Geburtstag meiner Mutti feiern - ohne mich! :-(
Zurück im Zimmer - wieder duschen - wegen der Pollen. Den Rest des Abends verbringe ich entspannt vor dem Fernseher - den Krimi schaffe ich nicht ganz - und schlafe irgendwann ein...
Ich lies mich auf's Bett fallen und überlegte, was ich mit meiner vielen freien Zeit jetzt anfange und entschied, die Liepntizsee-Laufrunde zu testen. Mal sehen, ob ich den Weg noch finde und ob ich die Strecke noch schaffe.
Also Joggingschuhe an und los. Vor der Klinik sind die Bänke voll mit Patienten. Die Sonne scheint. Ich gehe langsam, bis ich außer Sichtweite bin, dann trabe ich los und es scheint sich überhaupt nichts verändert zu haben. An der Bundesstraßenüberquerung steht ein Kiosk - an den kann ich mich nicht erinnern - vielleicht ist er neu. Weiter in Richtung Ützdorf, vorbei am Jägerheim und zurück zum Uferweg. Schön ist es hier. Ein paar versprengte Spaziergänger und sonst Natur pur. Ich genieße die Waldluft und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Die Ärzte im Ohr spornen mich an. ;-)
Nach 1:27 Uhr bin ich wieder im Kurgelände und gehe die letzten Meter gemächlich, um wieder entspannt an den in der Sonne sitzenden Patienten vorbei marschieren zu können.
Nach einer ausgiebigen Dusche, wasche ich meine verschwitzten Sachen und hab immer noch Zeit bis zum Abendbrot. Gelegenheit, um Lesestoff und Getränke aus dem Auto zu holen. Inzwischen sind auch ein paar Parkplätze in der Nähe frei geworden. Nochmal umparken? Ach nee, kann ich morgen oder Sonntag auch noch machen. Jetzt möglichst unauffällig die kleinen Hefeweizen und die Weinschorle aus dem Auto nehmen - Alkohol, -wenn auch in so homöopathischen Dosen- wird hier nicht gern gesehen. Verdammt jetzt klappern die Flaschen auch noch beim Laufen!
Irgendwann hab ich endlich alles auf dem Zimmer und den Fön wieder im Auto (im Bad war nämlich einer...) und die Spritzen im Kühlschrank des Schwesternzimmers.
Immer noch Zeit. Okay - E-Mails checken, Lieblingsehemann anrufen, Wasser besorgen. Wo war nochmal die "Wasserquelle"? Ich mach mich auf die Suche, vorbei an den Postfächern - oh da liegt sogar schon was drin - der Plan für morgen: 8:00 Uhr Einzel-KG, was sicher für Krankengymnastik steht. Na prima! Was soll ich da? und 08:00 Uhr!!! Nix mit ausschlafen. Ich entscheide sofort, erst nach der KG zu frühstücken, damit ich wenigstens bis 07:30 Uhr schlafen kann. Weiter zur "Wasserquelle" - war die im anderen Gebäudeteil? Ich suche noch eine Weile, finde schließlich die Stelle, wo für die Patienten 1L-Tetrapacks mit "ExtalerMineralquell" naturell bereit stehen. Einer ist meine!
18:00 Uhr! Die Schwester meinte gegen sechs wäre günstig, wenn ich spritzen kommen möchte. Also ab zum Schwesternzimmer. Es ist gleiche wie vorhin - sehr nett. Ich erkläre ihr mein Problem, zeige ihr meine "Spritzstellen" und sie ist etwas erschrocken, was Copaxone in 11 Jahren so anrichten kann. Abbau des Unterhautfettgewebes ist ja eigentlich nichts schlechtes - sieht aber eben nicht besonders chic aus.
Ich beruhige sie und zeige ihr, wo sie mir meine heutige Dosis bitte reinpieksen kann - und bitte die gesamte Nadel im Fett versenken, dann tut es nicht so weh! Sie ist nicht vollständig überzeugt, macht es dann doch und ich spüre garnichts! Ich muss richtig glücklich ausgesehen haben, jedenfalls war sie es dann auch. Hoffentlich ist sie morgen auch wieder da. Ich bin auch pünktlich!
Jetzt habe ich noch 30 min für das Abendessen, d.h. erst einmal Tisch Nr.15 suchen. Ich irre - wie geahnt - etwas im Raum umher, werde aber dann doch fündig. Am Tisch sitzt schon ein Pärchen - ein echtes, wie ich anhand der Namensschilder feststellen kann. Sie sind so ungefähr in meinem Alter, aber es sieht nicht so aus, als ob ich hier ein paar Leute zum quatschen finde. Die beiden bleiben auch bis Ende Mai, es wird also auch keinen Wechsel am Tisch geben. Beim letzten Mal hatte das mit den "Quatschkumpanen" auf Anhieb geklappt. Na ja...
Der dritte Name ist Marianne, was auf eine Generation vor mir schließen lässt. Marianne ist schon fertig mit essen, sie lerne ich heute nicht mehr kennen.
Ich bleibe heute eisern bei Rohkost, Quark und Johannisbeertee (pfui!) - keine Kohlenhydrate --- wegen des BMI. ;-)
Die Sonne scheint immer noch und ich drehe noch eine Runde durch das Gelände und telefoniere mit meinen Lieben, die heute zuhause den Geburtstag meiner Mutti feiern - ohne mich! :-(
Zurück im Zimmer - wieder duschen - wegen der Pollen. Den Rest des Abends verbringe ich entspannt vor dem Fernseher - den Krimi schaffe ich nicht ganz - und schlafe irgendwann ein...
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