Donnerstag, 9. Mai 2013

7.Tag - Christi Himmelfahrt

Wie sieht so ein Männertag im Kuralltag aus? Wie ein normaler Donnerstag? Oder wie ein Feiertag zuhause? Irgendetwas dazwischen wird es wohl sein...

Ich kann auf jeden Fall ausschlafen! Und das Gute ist - auch mein Körper hat mittlerweile begriffen, dass wir hier nicht im Dienst sind...ich schlafe bis halb acht - genau richtig!
Ich freue mich auf den Tag...09:00 Uhr ist Abfahrt - ich will zu meiner Freundin - einmal quer durch Berlin. Die Straßen sind frei und komme gut durch. Die Sonne scheint! :-)
Ich bekomme erst einmal einen kräftigen Kaffee, wir quatschen gemütlich, gehen spazieren, es fängt an zu regnen - stört aber nicht - wir haben einen großen Schirm dabei - es leiden nur die hellen Schuhe - ob die noch zu retten sind? Als wir später im Café sitzen, strahlt die Sonne wieder... Viel zu schnell ist die Zeit um und ich mache mich wieder auf den Weg zurück...eine Stunde mit dem Auto...diesmal außen herum...
War ein richtig schöner Tag - Feiertag eben!
Auf dem Kurgelände angekommen hoffe ich, dass mein - so hart erkämpfter Parkplatz -  wieder frei ist...und habe Glück. Ich nehme noch ein neues Buch aus dem Kofferraum - das andere ist bald geschafft. Gut, dass ich vorgesorgt habe! 
Auf dem Weg vorbei der Baracke mit den Wachkoma-Patienten hat mich der Kuralltag schnell wieder ein. Es hat gut getan mal rauszufahren und etwas anderes zu sehen. Da sind Uwe und LB (?) - das Pärchen von meinem Tisch - (ja! ich hab die Namensschilder studiert - aber bei ihr stehen nur zwei Buchstaben drauf - weiter bin ich noch nicht gekommen). Die beiden waren auch zu hause und haben sich von Mutti mit Spargel versorgen lassen... und sehen auch sehr glücklich aus. "Bis später! Wir sehen und beim Essen!" "Okay. Bis dann."
Ich lüfte erst einmal gründlich mein Zimmer. Wo kommt der Mief her? Meine Socken? ;-)
16:45 Uhr - ooooh - mein "Baby" (22 Jahre alt) fängt um fünf an mit arbeiten - gerade noch Zeit für einen kurzen Schwatz...ist immer schwierig eine gemeinsame "Gesprächszeit" zu finden, zu der auch beide Lust haben zu reden...es klappt! Sie ist da und es tut gut, sie zu hören und zu wissen, dass es ihr gut geht. Ruckzuck vergeht die Zeit - sie muss los und ich muss zum Schwesternzimmer. Dort sitzen schon 5 Leute - phuuu! Ich drängle vor und bitte die Schwester, mir schon mal meine Spritze zum anwärmen zu geben. Ich setze mich wieder, die anderen Wartenden beruhigen sich wieder und ihre Gesichter entspannen sich - alles geht schön der Reihe nach! Ja,ja! Selbstverständlich! Es geht auch fix und die Schwester meint: "Klar finde ich noch eine Stelle. Da ist noch viel Platz auf ihrem Po!" Na toll - das war jetzt kein Kompliment - oder? Auf jeden Fall ist die heutige Stelle prima - und ich bekomme ein kleines Kühlkissen, was ich mir gut in die Hose stopfen kann. So schaffe ich es pünktlich zum Abendbrot und wir werten zu dritt den Tag aus... Am Ende werden wir von den Servicekräften fast rausgeschmissen - es ist 18:45 Uhr - Feierabend - klar - die wollen auch nach Hause. Wir trudeln los...
Marianne war wie immer schon weg. Hab ich eigentlich schon erzählt, dass ich sie vorgestern für 3 Minuten beim Essen getroffen habe? Sie ist tatsächlich etwas älter als wir, aber auch noch nicht soooo alt. Jetzt weiß ich wenigstens, wer bei uns am Tisch sitzt. Ist ja nicht lebenswichtig - aber ich finde, man sollte seine Tischnachbarn kennen, wenn man schon 4 Wochen nebeneinander sitzt - wenn auch zu 99% zeitversetzt ;-)

Und so ist die erste Woche schon um. Ich schlafe noch nicht durch, aber immerhin schon länger. Morgen werde ich fragen, ob ich mal auf die Waage steigen kann. Wenn hier schon alles ständig vermessen wird (morgen ist wieder Blutzucker/Blutdruck-Tag), dann können wir schließlich auch "das Gewicht messen". Wenn man hier ständig im Sportzeug rumrennt, merkt man nämlich nicht, wenn die Jeans kneift - wie auch?
Vielleicht ist es ganz gut, dass ich nix mehr zu trinken hier habe - Wasser und Tee haben wenigstens keine kcal...

So - und nun faul vor den Fernseher und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Morgen ist wieder volles Programm!
Ich werde berichten...bis dahin!



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