Dienstag, 7. Mai 2013

5.Tag - Dienstag

5.Tag - Dienstag

Phuuu! Geschafft! 18:45 Uhr sitze ich jetzt bereits im Bett und bin froh, nix mehr tun zu müssen. 10 Termine heute! Zwei davon sind ausgefallen - leider die am frühen morgen...
Aber der Reihe nach. 
06:28 Uhr wurde ich wach und konnte so den "Sicherheitswecker" noch vor dem Wecktermin ausschalten. Zum gemütlichen "wach-werden" ist heute keine Zeit - 07:00 Uhr steht EKG auf dem Plan und gleichzeitig ja die Messungen im Schwesternzimmer (vor dem Essen!). Ich bin pünktlich vor dem EKG-Raum. 
Übrigens auf Anhieb gefunden! Langsam wird's! ;-)
Ich bin fünf Minuten zu früh und warte wieder auf einem der roten Stühle. Kurz nach sieben teilt mir eine Schwester mit, dass das EKG heute ausfällt - wegen Krankheit. Okay. Das kann ja keiner wissen. Ich trabe ab in Richtung Schwesternzimmer. Dort sitzen schon ein paar andere "Messkandidaten". Ich setze mich dazu und warte. Irgendwann bin ich dran und bekomme meinen Pieks in den Finger: 4,5 (???) - Blutzucker scheint i.O. zu sein. Die Messfrau schaut zumindest zufrieden. Blutdruck wird auch gleich gemessen und auch der ist zufriedenstellend 115/65 - sag ich doch, alles gut!
Ein Blick auf die Uhr: 07:20 Uhr - prima - genug Zeit für Frühstück und das lass ich mir jetzt auch schmecken - gesund wie immer natürlich... ;-)
Pünktlich 08:55 Uhr wandle ich im Bikini unterm Bademantel an der Rezeption vorbei und werde sofort zurückgepfiffen: "Das Schwimmbad ist bis mittag geschlossen!" ruft die Rezeptionistin mir zu. Das war laut und deutlich und für mich die Aufforderung wieder zurück ins Zimmer zu gehen. Das geht ja prima los heute! Und warum bin ich so gestresst aufgestanden? hm. :-(
Zeit zum Lesen. Auch gut. Ich zieh mich wieder um - gleich rein in die Sportsachen und falle in den Sessel und vertiefe mich in das Leben des Frank McCourt...
10:00 Uhr "Neurogruppe Koordination 2 n5"; Raum 5.-1.66 - Das finde ich! 
Ich weiß jetzt, dass die 5 für die Parkklinik = Klinik 5 steht; das Minus ist das Zeichen für den Keller; die 1 steht für die Etage (also Erdgeschoss =0) und die 66 ist dann das eigentliche Zimmer - also kein Problem - ich bin rechtzeitig da und gehe mit 7 anderen in den "Gymnastikraum". Dort werden Matten ausgegeben und wir verteilen uns im Raum. Es folgen diverse Übungen mit Gymnastikbällen - zwischendurch überlege ich, wann der anstrengende Teil kommt - aber schon ist wieder Schluss - ich sehe mich um und ein paar von anderen sind richtig ins Schwitzen gekommen und einer hat sogar einen hochroten Kopf vor Anstrengung. Ich danke meiner scheinbar doch recht ordentlichen Grundkondition und flitze zum nächsten Termin: 11:00 Uhr ist MTT-Einweisung, d.h. nach einer kurzen Erwärmung auf dem Ergometer (wieder niedrigste Stufe - so richtig warm werde ich nicht dabei - macht aber nichts) zeigt mir die Sporttherapeutin alle Geräte, die ich in der nächsten Zeit nutzen soll. Alles stressfrei - bis auf die Gleich-gewichtsübung. Der Spruch "Damit kriegt man jeden Patienten!" beruhigt mich etwas. Ich fühle mich nämlich irre wackelig und zweifle schon wieder an mir - weiß aber, dass das gut trainiert werden kann. Schade, dass dies nach der Kur wohl wieder sträflich vernachlässigt werden wird... :-(
Nachdem ich alles durch habe, könnte ich noch "echt" trainieren, verabschiede mich aber, da ich 11:30 Uhr schon wieder am Schwesternzimmer sein muss. Dort werde ich allerdings gebeten erst in 15 min wieder zu kommen. Okay- wieder die Wendeltreppe runter zum MTT - und fix noch ein paar Geräte malträtiert. 11:45 Uhr wieder zügig hoch zum Schwesternzimmer...wobei zügig bei der engen Wendeltreppe eine Herausforderung ist. Eigentlich ist nur Platz für eine Person oder maximal für zwei Schlanke, die gut zu Fuß sind - dass beides zusammen trifft, ist hier eher großer Zufall! 
Erst lasse ich einen älteren Herrn, der sich sehr fest am Geländer herunterhangelt unten ankommen; gehe dann nach den ersten Stufen gleich wieder rückwärts weil die Frau, die jetzt von oben kommt und ich definitiv nicht nebeneinander vorbeikommen. Dann ist kurz frei und ich nehme immer zwei stufen auf einmal - geht schneller...
Beim Schwesternzimmer bin ich sofort dran, werde wieder gepiekst und gemessen. Blutdruck mit 124/74 - inzwischen im Wachmodus - Zuckerwert nennt sie mir nicht, meint aber, ich solle heute Nachmittag mal ein Stück Torte essen. Zuwenig Zucker kann nämlich lebensbedrohlich sein - hab ich auch noch nicht gewusst - aber das mit der Torte ...na ja.
Aber keine Zeit jetzt - ab zum nächsten Programmpunkt: "Wahrnehmungstraining Kiesbad n5" (was bedeutet eigentlich immer "n5"?) - Raum 5.-1.71 - also wieder im Keller - Treppe runter - und rauf auf den roten Stuhl. Kaum sitze ich, geht die Tür auf und ich werde aufgerufen. Die Therapeutin weist mir einen Platz vor einer grauen Schale mit vielen kleinen angewärmten Kieselsteinen. Und jetzt? "Kneten Sie jetzt 10 min lang die Kieselsteine durch." ??? Ich setze mich vor die Schüssel und stecke meine Hände in den Kies. Schön warm! Angenehm. Ich beginne zu "kneten" und konzentriere mich auf das, was ich spüre - komisch - es tut gut - hätte ich im Traum nicht gedacht. Das Fenster steht offen. Genau davor der Hang (wir sind ja im Keller!) mit viel Grün und dazwischen ein paar pinkfarbene schöne Blüten; mein Blick geht weiter nach oben zu dem Baumwipfeln, die genug vom wieder einmal blauen Himmel durchblitzen lassen. Ich lasse meine Gedanken schweifen: Ob meine Kollegen alles schaffen oder ob sie gestresst sind und auch noch meine Arbeit mitmachen müssen? Verträgt sich mein Lieblingsehemann zuhause mit meiner Mutti? Wie geht es meinem Bruder? Und was mache ich am Feiertag? Na - das ist schon mal geklärt! Ich kann zu meiner Freundin fahren - hoffentlich regnet es nicht den ganzen Tag - ich freu mich auf einen Schwatz mit ihr - und vielleicht können wir draußen sitzen...Feiertag eben...das wird gut! Dann reißt mich der Kurzzeitwecker aus meinen Tagträumen - die 10 min sind rum. Meine Hände sind jetzt richtig warm, gut durchblutet und fühlen sich echt gut an - das Taubheitsgefühl rechts ist kurzzeitig so gut wie weg - toll! 12:20 Uhr schaue ich auf die Uhr und entscheide, dass noch genug Zeit ist, um Mittag essen zu gehen. Vorbei an den Postfächern - schnell einen Blick rein! Ooooooh! Durch den Schlitz kann man reinsehen ohne aufschließen zu müssen - und -eeeeeh! Da ist Post drin! Die muss aber warten - auf mich wartet der Bohneneintopf! Es geht schnell wie immer. Die Portion ist überschaubar und schnell gegessen.
Blick auf den Plan - 13:15 Uhr "Sportgruppe Neuro n5 - Haus Barnim Sporthalle"
Sportsachen hab ich schon an - aber ich muss dringend etwas trinken - also fix auf's Zimmer -das steht noch Wasser. Wieder zurück zu den Postkästen. Ich krame den Schlüssel aus meiner Hosentasche, schließe auf und bekomme ein großes Grinsen ins Gesicht (hoffentlich beobachtet mich keiner). Ein Päckchen (meine Mutti sollte mir meine Schwimmbrille nachsenden - hatte ich vergessen), ein Brief - von einem lieben Kollegen und eine Postkarte von meinem Lieblingsehemann!!! Na - die meinen es aber alle gut mit mir! Ich freue mich riesig! Ich flitze auf's Zimmer, lege alles ab, trinke einen Schluck, lese die Karte und mache den Briefumschlag auf - 6 Seiten handgeschriebener Brief! Na das ist ja kaum zu toppen! Wann habe ich das letzte Mal so einen langen Brief bekommen? Weiß nicht mehr - zu lange her. Das Dauergrinsen hält noch an. Das Päckchen muss warten - ich muss los!

Also ab zum anderen Haus! Mist! Baustelle! Der Eingang zur Sporthalle ist gesperrt. Ich soll durch's Haus gehen. Durch ewige Irrgänge hindurch finde ich den Weg zur Sporthalle und komme gerade so 13:15 Uhr dort an. Wir sind zu viert. Zwei Männer und zwei Frauen. Die Therapeutin verteilt Tischtennisschläger mit je einer roten und einer dunklen Seite und Bälle dazu. Wir sollen  - wieder einmal auf der Linie - vorwärts mit der rechten Hand den Ball mit dem Schläger vor uns her "transportieren" (ding-ding-ding); dann rückwärts; dann das gleiche mit links - und immer schön auf der Linie! Danach wieder vorwärts und dabei den Schläger zwischen den Schlägen immer drehen (ding-dong-ding-dong) und wieder rückwärts laufen und das ganze wieder mit links... Es dauert bestimmt 10 min, bis ich ein wenig Gefühl für Schläger und Ball entwickle und auch rückwärts mit links klarkomme. Gerade als es richtig gut läuft, brechen wir ab und bauen die Tischtennisplatten auf - die folgende halbe Stunde ist richtig lustig und ich schwitze wie verrückt, weil ich ständig dem Ball hinterher flitze...
Eigentlich ist viel zu schnell Schluss und der Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich zur Parkklinik zurück rennen muss, wenn ich pünktlich sein will.
Völlig außer Puste komme ich vor dem Entspannungsraum an und brauche eine Weile bis mein Puls wieder Normaltempo hat. Die "Entspannungsfrau" erklärt heute eh nur die Methode und was uns in den nächsten Terminen erwartet. Nach dieser "Einführung" hab ich mich erholt und freue mich auf die anschließende Dusche, nach der ich völlig k.o. ins Bett falle...Feierabend! Juchuu!
Ich mache die Augen zu - das tut gut! Aber meine Gedanken rasen noch - was will ich heute noch machen? Etwas einkaufen? Torte soll ich essen - hi,hi! Egal. Jetzt bleibe ich erst einmal liegen und döse vor mich hin. Selbst zum Lesen bin ich zu kaputt. Es rumpelt in meinem Magen. Die Bohnen?! Ich hole mir Kräutertee - vielleicht hilf das. Ich muss mich auf den Rücken legen, um meinen Bauch zu entkrampfen - war wohl alles bissl viel heute... Nach einer halben Stunde wird es besser und ich beschließe vor dem Abendbrot noch eine Runde raus zu gehen - in Richtung Kiosk. Dort hole ich Ansichtskarten, eine Fernsehzeitung und "Fröschlis"! Kleine grüne Haribo-Frösche mit weißer Unterseite! Lecker!!! Es ist noch Zeit - Torte ess ich nicht, aber ich gönne mir ein kleines Softeis - wegen dem Blutzucker ;-) 
Es beginnt zu nieseln - ich marschiere zurück - macht ja keinen Spaß im Regen. Es wird auch Zeit - 17:30 soll ich zum Messen wieder am Schwesternzimmer sein. Ich bin die erste und kann gleich rein. Weichei, wie ich bin, lass ich mir auch gleich die tägliche Spritze wieder von der Schwester verabreichen - eine freie Stelle am Rücken finden wir noch. Dann wieder Zuckerpieks - 5,4 - alles gut ;-) - dank dem Eis!; Blutdruck 117/63 - alles bestens...

Und jetzt ist wirklich Schluss für heute - 
18:00 Uhr bin ich beim Abendessen, lasse mir dabei wieder viiiiiel Zeit und freue mich auf einen weiteren gemütlichen Abend, der jetzt beginnt...
:-D

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